Matthias Dietrich – über mich

 

Matthias Dietrich

Dipl. Theologe; geb. 1971, absolvierte in Paderborn das Erste Staatsexamen ev. Theologie, Geschichte, Lehramt Sek I/II und anschließend nach dem Studium in Göttingen das Erste kirchliche Examen ev. Theologie; Abschluss der Ausbildung nach dem Vikariat mit dem Zweiten Theologischen Examen.

Arbeitsschwerpunkte:

– Auslegung des Alten und Neuen Testamentes

– Frömmigkeits- und Mentalitätsgeschichte, v. a. des Mittelalters

„Ursprünglich fand ich die Bibel langweilig und schwer durchschaubar. Je mehr ich mich jedoch mit ihr befasste, Zusammenhänge begriff und einzelne Texte auslegte, desto mehr faszinierten mich die Dichte der Sprache und des Inhaltes. Heute ist die „Heilige Schrift‘, die genau genommen eine kleine Bibliothek ist, mein Lieblingsbuch. Aus der Begeisterung ist die Idee für das Projekt „Welt der Bibel – Das Portal für Bibelauslegung‘ entstanden. Ich bin für den Inhalt des Portals verantwortlich.“

 Veröffentlicht von am 14:30

  6 Antworten zu “Matthias Dietrich – über mich”

  1. Buchempfehlung: „Das pyramidale Prinzip 2.0“

    Wir sind die Basis einer Pyramide!
    Wir sorgen als Produzenten, Konsumenten, als Kunden und Patienten, als Klienten und als potentielle Delinquenten, für den sich beschleunigenden Strom der Waren, Finanzen und Daten, im Stoffwechsel eines ‚pyramidalen‘ Organismus. Nachdem wir das Ertragsnutzenkalkül eines besinnungslosen Fortschritts im Wachstum verinnerlicht haben, empfinden wir den Raub der Selbstbestimmung und Identität nicht mehr als Verlust. Auf die atomare Einheit der Existenz reduziert, reihen wir uns ein, in die weltweiten Ströme der dynamischen Massen. Dabei steht die Isolation im Nahfeld der Beziehungen, in einem unüberbrückbaren Gegensatz zur Identifikation mit einem globalen Bewußtsein. Das soziale Nähebedürfnis des Menschen im öffentlichen Raum wird behördlicherseits mit Mißtrauen und Verdacht belegt, die Vereinzelnung im öffentlichen Raum schreitet voran (gemäß dem Gebot der „sozialen Distanz“ in Zeiten der Pandemie-Panik), in dem Maße, wie Gesellschaft sich im virtuellen Raum zur manipulierbaren Schwarmintelligenz formiert.
    Über die Instrumentalisierung religiöser Bedürfnisse, werden die Menschen zur Opferung der eigenen Identität gerufen, und zum Dienst für einen allumfassenden Welt-Ethos vorbereitet
    Wer sich nicht weiter von den Kulissenprojektionen der Matrix täuschen lassen möchte, dem hebt sich mit dem Buch: „Das pyramidale Prinzip 2.0“ von Franz Sternbald, der Schleier, und gewährt dem Leser einen unverstellten Blick auf das Wesen des Willens zur Macht! Gleichzeitig ist es ein leidenschaftliches Plädoyer für einen aufgeklärten Glauben, der sich, nach Kierkegaard, auch dem fundamentalen Zweifel stellen muß, sowie die Rettung der Würde des Individuums, gegen die kollektive Vereinnahmung, und seiner Zurichtung für die Zwecke eines globalen Marktes. Hier wird der Versuch unternommen, das Bewußtsein von einem Erlösungsbedürfnis aus der ‚Selbstentzweiung’ des Willens in der Natur zu erklären, und die Selbstentfremdung des Menschen aus seiner ‚Seinsvergessenheit’. Dem Frommen verschafft die Beschäftigung mit der Analyse des Willens zur Macht von Schopenhauer, über Nietzsche bis Heidegger, ein freieres Auge. Deren Aktualität steht nicht im Widerspruch zu einer apokalyptischen Deutung der Weltgeschichte, sondern liefert vielmehr deren Bestätigung – darin liegt zwar eine machtvolle Absicht, jedoch keine Unvermeidlichkeit.

  2. Sehr geehrter Herr Dietrich,
    soweit ich es beurteilen kann, sind Sie kein Dogmatiker und wollen keine fertigen Ergebnisse vorsetzen. Ich finde das so gut, denn wir sind heute nicht mehr so autoritätshörig wie früher. Allerdings habe ich nicht viel Zeit zum Schreiben.
    Ich meine, es kann kein Pastor heute noch Zeit für die Gemeinde haben, wenn sich die Leute nicht mehr beteiligen. Hier in Hamburg kämpfen die alten Christen um das Weiterbestehen ihrer Kirchen. Daß sie dabei selbst schuld am Mitgliederschwund sind, weil sie nicht auf die Fragen der Zeit eingegangen sind, wissen sie nicht.
    Um Sie etwas kennenzulernen, erlaube ich mir zwei Fragen zu stellen, die hier in den Gemeinden nicht besprochen werden dürfen, weil die Pastoren Angst vor dem Hinauswurf haben:
    1) Gibt es überhaupt die Trinität? Bereits Michael Servetus meinte, es gebe keinen Hl. Geist, und Albert Schweitzer meinte auf die Frage, ob Jesus der Sohn Gottes sei, wir alle könnten Kinder Gottes werden, wenn wir Gott folgen. Aber die Frage betrifft auch die Antike, weil es in der Antike üblich war, daß Götter Söhne und Töchter hatten. Ist das heute noch zeitgemäß?
    2) Man fragt hier nicht nach der Bibel, wenn es einem nicht ins Weltbild paßt. Ich meine die unbiblische ‚Ganztodtheorie‘ sowie die Lutherische Lehre vom ‚Seelenschlaf‘ (oder Mortalismus), welche Calvin in seiner ‚Psychopannychia‘ zurückgewiesen hat. Was sagen Sie dazu?
    Freundliche Grüße
    Gerhard Helzel

    • Sehr geehrter Herr Helzel,

      ich bekomme des Öfteren – meist per E-Mail – Anfragen, wie ich denn zu dieser oder jener theologischen Frage stehe. Auch gehen immer wieder Fragen dazu ein, wie bestimmte biblische Aussagen auszulegen sind. Grundsätzlich halte ich mich bei den Antworten sehr kurz und allgemein. Das hat einen praktischen Grund: Mir geht es darum, dass sich ein möglichst breites Publikum mit biblischen Texten befasst und sich mit diesen lebendig auseinandersetzt. Es ist also Absicht, dass ich meine eigene Person und meinen eigenen Glauben hinter den biblischen Aussagen zurückstelle. Ich bin durchaus der Meinung, dass es die Trinität gibt. Aber darzulegen, wie ich mir genau die Trinität vorstelle, würde hier nicht weiterführen. Erstens würde die Beantwortung Ihrer und anderer Fragen viel Zeit in Anspruch nehmen, die ich von der Arbeit an Welt der Bibel abziehen müsste, zweitens will ich eben keine dogmatischen Lehren verbreiten. Wenn ich das tun würde, würde es wiederum einige Leser(innen) geben, die Sachverhalte anders sehen, die meinen, dass meine Antwort nicht biblisch sei usw. Und wenn ich dann darauf nicht antworte, bleibt der Austausch eine halbe Sache und führt evtl. zu Enttäuschung. Und wenn ich antworte, verliere ich mich in langwierigen Diskussionen. Dazu habe ich keine Lust und dafür will ich mir keine Zeit nehmen. Das gilt auch für Theorien bezüglich Tod und Auferstehung. Ich glaube an die Auferstehung von den Toten, aber Details zu meinem persönlichen Glauben führen in Sachen Bibelauslegung nicht weiter, schon weil biblische Aussagen nicht komplett deckungsgleich mit meinen Glaubensvorstellungen sind. Ebenfalls sehe ich es überhaupt nicht als meine Aufgabe an, im Rahmen von Welt der Bibel kirchliche Verhaltensweisen zu kommentieren oder zu diskutieren. Das tue ich in einem anderen Rahmen.

      Mit freundlichem Gruß
      Matthias Dietrich

  3. Sehr geehrter Herr Dietrich,

    vielen Dank für Ihre Deutung zu Paulus im 2. Korinther 4,16-18, und die nützlichen Hinweise auf die Literatur.

    mich fasziniert, dass schon andere auf die Idee kamen, den inneren/äußeren Menschen auf Platon zurückzuführen und damit Paulus als möglichen Platoniker erscheinen lassen.
    Ich hatte die genau gleiche Idee. Als Kunsthistoriker interessiert mich das Fresko von Raffael „Die Schule von Athen“. dort stehen Platon und Aristoteles nebeneinander, im Sinne des inneren und äußeren Menschen. Aristoteles war bekannt für seine Eitelkeit, u.a. durch Diogenes Laertes’Charakterbild. Mit seinen Worten würde Paulus sich klar als Platoniker erkenntlich gemacht haben. Wo finde ich den Artikel von H.D. Betz 2000? Für einen Hinweis wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen

    • Sehr geehrter Herr Dittscheid,

      vielen Dank für Ihren weiter führenden Beitrag. Findet sich ein Foto von dem von Ihnen genannten Fresko im Internet? Falls ja, würde ich mich über einen Linktipp freuen, der bestenfalls zu dem Foto samt zugehörigen Informationen führt.

      Zu „H.D. Betz 2000“: Sie meinen vermutlich
      Betz, Hans Dieter; The Concept of the „Inner Human Being“ (ho esô anthrôpos) in the Anthropology of Paul, NTS 46 (2000), 315-341
      Die Literatur findet sich immer am Ende der jeweiligen Seite.
      Die Zeitschrift „New Testament Studies“ (vgl. das Abkürzungsverzeichnis von „Welt der Bibel“) gibt es vielleicht in der Ihrem Wohnort nächstgelegenen Universitätsbibliothek. Ansonsten müssten Sie es per Fernleihe versuchen. In Tübingen, dem Sondersammelgebiet der Theologie, gibt es einen Lieferdienst namens „Subito“ (http://www.ub.uni-tuebingen.de/literatur-suchen-ausleihen/ausleihen/dokumentlieferdienste.html)

      Mit freundlichem Gruß

      Matthias Dietrich

  4. Guten Tag!

    Wollte nur mal hier nachschauen!

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